Bootsferien vom 4.06.04 bis 11.6.04 im Burgund (F)

Nach einer längeren Fahrt nach Sain-Jean de Losne westlich von Dôle im Burgund, durften wir um 16Uhr unser Boot in Empfang nehmen und beladen. Unsere Gruppe, 6 Personen fanden auf dem grossen, für 10 Personen konzipierten Boot mit einer Länge von 14,5m genügend Platz und nachdem alles verstaut war und und das Boot erklärt wurde, gings ab auf die erste Etappe in südlicher Richtung mit einer Schleuse bis nach Seurre. Widererwartend hatten wir keine Probleme mit dem handling des Wassergefährtes, denn für das Lenken eines solchen Schiffes braucht es in Frankreich keinen Führerschein. In Seurre angelegt, brachten wir unsere 6 Velos an Land und fuhren los, ein Lokal fürs Nachtessen auf zu suchen.
Nach einer ersten Nacht auf dem Wasser, ging es am Samstag bei wechselhaftem Wetter weiter Richtung Süden, mit einem Abstecher in die Stadt Verdun-sur-le-Doubs, bis nach Chalon-sur-Saône. Abwechselnd lenkten wir das Boot durch die breite Saône, vorbei an Passagierschiffen, Frachtern und den vielen Freizeitkapitänen sowie durch die interessanten Schleusen. Der obligate Rundgang durch die grosse Stadt rundete den ersten ganztägigen Ausflug auf dem Fluss ab. Am Morgen des folgenden Tages, dem Sonntag, besuchten wir zuerst den Markt in Chalon-sur-Saône, so dass wir erst gegen Mittag wieder die Flussreise antreten konnten. Was ab Sonntag folgte, war eine sehr warme bis heisse Fahrt, denn die Sonne war bis zum vorletzten Tag, dem Tag vor der Schiffsabgabe, unser ständiger Begleiter. Wasser floss in Strömen durch unsere Kehlen.
Das dritte Etappenziel war La Truchère an der Seille, das heisst, wir fuhren weiter Richtung Süden und verliessen dann die breite Saône um auf einem schmälerem Fluss, eben der Seille, unsere Künste aufs neue unter Beweis zu stellen. An der ersten Schleuse, kurz vor Etappenziel, sahen wir, wie wir die nachfolgenden Schleusen selbst zu bedienen hatten. Da die Fahrt wie geschrieben, sehr viel Schweiss kostete, verspührten alle Lust auf eine Glacé oder einen Coupe. Es war 19Uhr als wir ein Restaurant am Fluss betraten und uns ein Eis genehmigen wollten. Es blieb beim wollen, denn die diensttuende Serviertochter lachte nur und sagte, um diese Zeit gäbe es kein Eis, niemand esse um diese Zeit Desserts. Dies liessen wir uns nicht gefallen, verliessen das sonst vielversprechende Lokal und haben uns daraufhin bei einem anderen Gasthaus abkühlen lassen.
Am Montag durchfuhren wir auf der Seille eine wunderbare Gegend, mit viel Wald, weiten Feldern und unzähligen, uns fremdem, Vogelgezwitscher. Es war so schön dass wir unser Boot fürs Mittagessen irgendwo zwischen die Bäume parkten und den Grill ein erstes Mal an Land in gang setzten. Nach einem feinen Essen gings Flussaufwärts durch die selbst zu bedienenden Schleusen bis Louhans, wo unser Essensvorrat wieder etwas aufgestockt wurde. Den endgültigen Schlafplatz erreichten wir wieder etwas Flussbwärts bei Branges
Nach der täglichen Decktrocknung, die Nacht lässt viel Wasser auf dem Deck kondensieren, ging die Reise weiter, wieder zurück auf die Saône. Dies ging aber nicht, ohne wieder diese eigenartige Gegend der Seille nochmals zu bewundern, das herrliche Gezwitscher der Wasservögel zu geniessen und an einer Schleuse etwas Burgunderwein zu degustieren und zu kaufen. Auf der Saône eingebogen, gings im Eilzugstempo (ca. 12km/h) wieder Richtung Norden und kurz nach Chalon-sur-Saône in den Canal-du-Centre und was da an Schleusen folgte, schlug alles bisher erlebte. Schon die erste Hürde, eine Höhe von 11 m musste überwunden werden. Imposant, so klein und unscheinbar liessen uns die hohen Mauern der Schleuse erscheinen. Doch kaum waren die Schleusentore geschlossen, waren wir schon auf der Höhe, wo die andern Tore geöffnet wurden und es ging weiter bis nach Fragnes. Wieder kam der mitgebrachte Grill zum Einsatz und es gab ein feines Nachtessen. Zwei weitere Gruppenmitglieder, Cony und Michi schwangen sich nach der Ankunft auf die Fahrräder und kamen nach gut einer Stunde mit einer gefüllten Einkaufstasche zurück. Was die alles fanden und mitschlepten. Wir glaubten unseren Augen nicht, Desserts und Glace bis uns die Ohren wackelten. Trotzdem, wir schliefen wie immer bestens in unseren Gemächern und anderntags legten wir los im Wissen, dass die nächsten Stunden mit viel Arbeit verbunden sein wird. So viele Schleusen und alle halbautomatisch. Einer ging von Bord und zog am entsprechenden Seil um die Schleusenmechanik zu starten. Aber oft musste dies nicht von uns erledigt werden, denn unsere Mitglieder Agnes und Cony nahmen den Weg bis Changny mit den Fahrrädern auf und waren natürlich vor uns an den Schleusen, sodass wir oft nur mit dem Festmachen des Schiffes beschäftigt waren. Dieses Spiel wiederholte sich selbstverständlich auch am darauffolgenden Tag auf der Rückfahrt, denn auch hier wollten die beiden etwas sportliches unternehmen und waren wieder mit den Rädern unterwegs, denn parallel zum Kanal verläuft ein wunderbarer Weg für Spatziergänger, Blader, Wanderer und Jogger. In Changny angekommen, verliessen wir das Schiff und fuhren mit dem Zug nach Beaune, der Weinhauptstadt des Burgundes. Es gab einiges zu sehen, wie uns Michi und Cony am Abend erzählten, doch die andern 4 waren irgendwie zu faul, bei der brütenden Hitze das Dorf ab zu klappern. Wir beschlränkten uns auf Besuche von Weinkellern und den Kauf von feinem Burgunderwein. Nebst diesen Artikeln musste auch der Biervorrat aufgebessert werden und in guter Absicht kauften Agnes und ich in einem Supermarché 4 Karton Aktions-Bier. Was wir in der Hitze des Gefechtes nicht gelesen hatten, war das Panaché auf dem Karton. So mussten wir abends dann feststellen, dass wir mühsam 8 Liter Panché mitschleppten. Was lehrt uns dies? Zuerst alles leses! und ist es auch Französisch. Ein weiterer Höhenflug war das Nachtessen im Dorf in einem American-house. Hat vorzüglich ausgesehen, aber was wir da an Fleisch aufgetischt bekamen, schlug alles uns bekannte. Schuhsohlen sind oft unsere Ausdrücke, aber Fleisch, das kaum geschnitten und gekaut werden kann schreit nach einer anderen Deklaration. Etwas endtäuscht über unsere kulinarische Auswahl, starteten wir anderntags gegen 0830Uhr den Rückweg durch die vielen Schleusen hinunter bis auf die Saône. Flussaufwärts fuhren wir dann wieder mit Vollgas, d.h. mit etwa 12km/h um bis kurz vor Saint-Jean-de-Losne wo wir wieder unser Boot zwischen den Bäumen am Ufer parken damit anderntags pünktlich um 09Uhr das Boot wieder Besenrein am Ausgangspunkt abgegeben werden kann. So beendeten wir die letzte Nacht unsere unvergessliche Hausbootferien im Burgund auf dem Wasser mit kleineren Gewittern und etwas Regen. Pünktlich übergaben wir unser schönes Boot dem Reinigungsteam, das den Kahn bis am Abend wieder für neue Gäste herrichtete.

Hier die Routen, aufgezeichnet mit Hilfe vom Amateurfunk
(APRS automatic position reporting system)

Gesamtroute
die gesamte Route
1. Etappe
die erste Etappe bis Seurre
2. Etappe
die 2. Etappe bis Chalon sur Saone
3. Etappe
3. Etappe bis La Truchere
4. Etappe
4. Etappe bis Branges
5. Etappe
5. Etappe bis Fragnes
6. Etappe
6. Etappe bis Chagny
7. Etappe
7. Etappe
letzte Etappe
Abgabe in Saint Jean de Losne

Und hier einige Bilder unserer Ferien
Das Boot

im Innern Führerstand Aussenansicht alles O.K. ? andere Seite an Deck

Die Crew mit einheitlichem T-Shirt

die Crew

Die Capitäne

Michi Trudi Agnes Bruno Cony myself

Unterwegs

Geschwister erster Stumpen erste Schleuse Festmachen Wasser ablassen in Seurre bei Chalon sur Saône Bummel in der Stadt
Wandgemälde sauber geparkt und Schlauch gerollt auf der Saône Misteln zur Genüge Morgennebel bei La Truchère Nebel Nebel Nebel
Schwerstarbeit an der Schleuse Tracktor mit Holzhaus Heuballen Grillchef Libelle Einkauf in Louhans auf der Seille auf der Seille
Fischreiher 11m Schleuse Canal du centre verfallene Kirche am Fluss unsere Biker Biker so gelingt kein Brot Agi bei Chagny Wandgemälde
Abendstimmung Wrack im Canal du centre wilder Westen ? letzter Grillabend Abendstimmung Abend vor Gewitter Putz nach Windböe

Meine Amaterufunk APRS Station für die Positionsübertragung

improvisierte Amaterufunk APRS Station mit Sonnenzellen und Antenne

weitere Berichte und Bilder von vergangenen "Taten"

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